Titelverteidiger Storer kehrt zur #TotA zurück: „Hier habe ich verstanden, was in mir steckt“
Bei der Jubiläumsausgabe der Tour of the Alps (20. bis 24. April 2026) steht unter anderem Vorjahressieger Michael Storer am Start. Der Kapitän des Tudor Pro Cycling Teams peilt beim grenzüberschreitenden Etappenrennen die Titelverteidigung an
In der Karriere eines Sportlers hat nicht jeder Erfolg denselben Stellenwert. Manche Siege kommen zum richtigen Zeitpunkt und stechen besonders hervor. Sie können eine Laufbahn nachhaltig verändern – sowohl in der Wahrnehmung von außen als auch im Selbstverständnis des Athleten.
Für Michael Storer war der Triumph bei der Tour of the Alps 2025 ein solcher Wendepunkt. Mit dem Gesamtsieg gelang ihm der internationale Durchbruch. Gleichzeitig bewies der Australier, dass er auf höchstem Niveau alle Konkurrenten schlagen kann. Im Laufe der Saison ließ der heute 29-Jährige weitere Highlights folgen, wobei der dritte Platz bei der prestigeträchtigen Il Lombardia hinter Tadej Pogačar und Remco Evenepoel den krönenden Abschluss bildete.
Bei der zehnten Ausgabe der TotA, die vom 20. bis 24. April von Innsbruck nach Bozen führt, geht Storer erneut als Kapitän seines Teams Tudor Pro Cycling ins Rennen. Sein Ziel: der zweite Gesamtsieg in Serie – ein Kunststück, das in der Geschichte des vom Sport Alto Garda organisierten Etappenrennens zuletzt dem Italiener Damiano Cunego zu Zeiten des Giro del Trentino (2006 und 2007) gelungen ist.
„Das Streckenprofil der Tour of the Alps ist wie gemacht für mich. Auch der Termin im April sollte mir entgegenkommen, da ich in der Regel etwas Zeit brauche, um meine Form zu finden. Mein Saisonstart war nicht einfach, aber bis im April sollte ich voll konkurrenzfähig sein. Ich freue mich sehr auf die selektiven Anstiege“, gibt sich der Australier selbstbewusst.
Im Vorjahr legte Storer mit einem Etappensieg in Sterzing den Grundstein zum ersten Platz in der Gesamtwertung. Vor allem auf den anspruchsvollen Rampen am Bannberg und in Stronach war gegen den Bergspezialisten kein Kraut gewachsen. Am Ende sicherte sich der Australier nach fünf kräftezehrenden Etappen völlig verdient das Grüne Melinda-Trikot.
„Bei der TotA muss man vom ersten bis zum letzten Meter volle Konzentration zeigen. Hier kann jede Etappe entscheidend sein. Die letztjährige Ausgabe hat mir gezeigt, dass ich auch gegen die Besten bestehen kann“ so Storer, der die fünf Tage in den drei Euregio-Gebieten Tirol, Südtirol und Trentino auch dafür nutzen will, um sich für den Giro d’Italia zu rüsten: „Sicher ist die Rundfahrt auch im Hinblick auf die weiteren Höhepunkte der Saison wichtig. Hier sammelt man Rennrhythmus, testet seine Form und kann mit einem guten Resultat jede Menge Selbstvertrauen aufbauen.“
Anders als im modernen Radsport üblich, tastete sich Storer im Laufe seiner Karriere Schritt für Schritt an die Superstars der Szene heran. Der Australier suchte keine kurzfristigen Erfolge, sondern setzte bewusst auf eine nachhaltige persönliche Entwicklung. Bei Tudor Pro Cycling fand er das passende Umfeld dafür.
„Ich habe immer langfristig gedacht und wollte mich häppchenweise verbessern. Sportliche Erfolge standen dabei nie im Vordergrund, der kontinuierliche Fortschritt war um einiges wichtiger. Fahrer wie Tadej Pogačar sind Ausnahmetalente – daran kann und will ich mich nicht messen. Tudor Pro Cycling hat an mich hier sehr unterstützt und geht diesen Weg seit mehr als zwei Jahren mit mir mit. Heute geben uns die Erfolge recht“, analysiert Storer.
Mit Blick auf die Tour of the Alps 2026 wartet auf den 29-Jährigen nun der nächste Schritt: Gelang ihm im Vorjahr noch der sportliche Durchbruch, muss er heuer beweisen, dass der Gesamtsieg kein Zufall war. Eine Aufgabe, die alles andere als einfach ist – doch Michael Storer wird alles daran setzen, um nach fünf Tagen erneut mit dem Grünen Trikot aus der Alpenregion abreisen zu können.