„Zuerst die TotA, dann der Giro“: Simon Yates will 2021 für Furore sorgen

Simon Yates nimmt die Tour of the Alps (19.–23. April 2021) mit großen Ambitionen in Angriff. „Ich wollte schon immer an der TotA teilnehmen. Nun will ich in Bestform in die Alpenregion kommen“, so der Brite vom Team BikeExchange, der im Anschluss an das grenzüberschreitende Etappenrennen auch beim Giro d’Italia aufzeigen möchte

In der 40-jährigen Geschichte des Giro del Trentino ist es britischen Fahrern nie gelungen, ein ernstes Wörtchen um den Gesamtsieg mitzureden. Das hat sich mit Beginn der Tour of the Alps im Jahr 2017 jedoch rasch geändert: Während sich Geraint Thomas bei der ersten Ausgabe der Rundfahrt den Gesamtsieg schnappte, feierte Tao Geoghegan Hart 2019 zwei Etappenerfolge und verpasste nur hauchdünn den ersten Platz in der Gesamtwertung.

Beide Fahrer zeigten nicht nur in der Alpenregion, sondern auch im Anschluss an ihre TotA-Erfahrung groß auf: Geraint Thomas triumphierte im Jahr darauf bei der Tour de France, Tao Geoghegan Hart krallte sich dagegen den Gesamtsieg beim Giro d’Italia.

Nach ein paar durchwachsenen Jahren greift Simon Yates in dieser Saison neu an und möchte ebenso wie seine Landsleute bei der Tour of the Alps von sich reden machen. Der Brite, der 2018 die Vuelta gewann und im Vorjahr beim Tirreno – Adriatico nicht zu schlagen war, führt das Team BikeExchange bei der Rundfahrt in den drei Euregio-Gebieten als Kapitän an. Mit guten Leistungen bei der TotA will Yates gleichzeitig das nötige Selbstvertrauen für den Giro d’Italia im Mai tanken.

Ich bin zum ersten Mal bei der Tour of the Alps dabei und freue mich schon sehr darauf. Ich habe die Rundfahrt häufig im Fernsehen verfolgt und wollte schon immer daran teilnehmen“, so Yates und fügt hinzu: „Die TotA passt perfekt in meine Saisonplanung und ist der ideale Härtetest im Hinblick auf den Giro d’Italia. Das Rosa Trikot ist 2021 ein großes Ziel von mir.

Auf den Straßen Tirols, Südtirols und des Trentino wird sich zeigen, ob Yates in diesem Jahr das Zeug dazu hat, beim Giro d’Italia um den Sieg mitzufahren. Die fünf Etappen der Tour of the Alps sind eher kurz, aber anspruchsvoll – damit dürften sie dem 28-Jährigen aus Bury in der Nähe von Manchester entgegenkommen. „Das selektive Streckenprofil ist wie gemacht für Kletterer. Ich gehe davon aus, dass die TotA wie immer eine sehr spannende Angelegenheit wird. Die einzelnen Etappen habe ich bereits studiert und bin mir sicher, dass alle fünf Teilstücke für spektakuläre Bilder mit unterschiedlichen Ausgängen sorgen“, kommentiert Yates.

Vor dem Giro d’Italia ist es besonders wichtig, kurze aber intensive Etappenrennen zu bestreiten. Diese helfen einem Athleten, den richtigen Rennrhythmus zu finden und die Beine in Schwung zu bringen. Wir sind es eher gewohnt, auf längeren Strecken zu trainieren – man muss aber auch intensivere und kürzere Teilstücke fahren, um die passende Spritzigkeit zu erlangen. Dafür eignet sich die Tour of the Alps ideal“, meint der Brite.

Vor zwei Jahren bestritt Yates im Vorfeld des Giro d’Italia ein Monat lang überhaupt kein Rennen und gehörte in der Folge lange Zeit zu den besten Athleten des Giro, ehe sein Traum vom Rosa Trikot wenige Etappen vor Schluss platzte. Nun hat er seine Saisonplanung geändert und will sich bei der Tour of the Alps genau jene Mischung aus Ausdauer und Explosivität holen, die entscheidend ist, um auf höchstem Niveau mithalten zu können.

Yates‘ großes Ziel ist es, im Mai mit dem Rosa Trikot nach Mailand zu kommen. Auf die Frage, ob das möglich sei, antwortet er verhalten mit einem „Ich hoffe, das zu schaffen. Schauen wir, ob es klappt…“. Die Antwort des Briten ähnelt mehr einem Wunsch, als einer Kampfansage. Ob ihm sein Vorhaben in diesem Jahr gelingen könnte, wird man spätestens im April bei der Tour of the Alps sehen – die Straßen der Alpenregion haben in dieser Hinsicht nämlich immer für Klarheit gesorgt.