Großschartner macht Österreich am Yates-Tag glücklich

Zum ersten österreichischen Sieg bei der Tour of the Alps kam es in Riva del Garda. Zuständig für diesen war der Bora-Hansgrohe-Athlet, der eine lange Flucht damit krönte. Der Sieg in der Gesamtwertung und die Favoritenrolle beim Giro d’Italia gehen an Simon Yates

Simon Yates ist der Gewinner der Tour of the Alps 2021. Der Kapitän des BikeExchange-Teams hat diesem Etappenrennen seinen Stempel aufgedrückt. 13 Teams der World Tour gingen bei dem euroregionalen Rennen durch die Straßen von Tirol, Südtirol und dem Trentino, an den Start, darunter zahlreiche bekannte Namen für die nun der Giro d’Italia ansteht.

Yates Gesamtsieg ist voll und ganz gerechtfertigt, gewann er schließlich die zweite Etappe von Innsbruck nach Feichten im Kaunertal souverän, und kontrollierte das Rennen bei der Königsetappe von Naturns ins Valle del Chiese/Pieve di Bono, als er nur im Sprint von Pello Bilbao geschlagen wurde. Schlussendlich kontrollierten Yates und sein Team auch die letzte Etappe vom Valle del Chiese/Idroland bis Riva del Garda (120,9 km). Neben dem 28-jährigen Briten, der erste Gewinner der sich über das neue grüne „Melinda-Trikot“ freuen darf, schafften es auch der Spanier Pello Bilbao (+58 Sekunden) und der Russe Aleksander Vlasov (Astana-PremierTech/+1:04), auf das Podest.

Bei der Prämierung der Athleten auf dem Podium in Riva del Garda waren auch der Präsident der Autonomen Provinz Trient Maurizio Fugatti zusammen mit dem Präsidenten der Europäischen Fahrradunion Enrico della Casa, dem Präsidenten des italienischen Radsportverbandes Cordiano Dagnoni, Verbandsfunktionär Gianantonio Crisafulli und der CEO von Trentino Marketing Maurizio Rossini anwesend.

Auch die letzte Etappe einer Ausgabe voller Ideen hat Spaß gemacht und viele Emotionen geweckt: Der Etappensieg ging an Felix Großschartner vom Team Bora-Hansgrohe, dem ersten Österreicher überhaupt, der seit Beginn der Tour of the Alps 2017 eine Etappe gewinnen konnte.

Großschartner erreichte das Ziel in Riva del Garda alleine, nachdem er sich aus einer Fluchtgruppe, die sich nach 25 km bergauf in Richtung Sella Giudicarie gebildet hatte, lösen konnte. Alessandro De Marchi (Israel Start-Up Nation) war der Protagonist des ersten Ausreißversuches, gefolgt von Teamkollege Daniel Martin und anderen Athleten: Matteo Fabbro und Felix Großschartner (Bora-hansgrohe), Tejay Van Garderen (EF Education-Nippo), Tony Gallopin, François Bidard (Ag2r-Citroen), Michael Storer und Nicolas Roche (Team DSM), Thibaut Pinot (Groupama-FDJ), Vadim Pronskiy (Astana-PremierTech), Hermann Pernsteiner (Bahrain-Victorious), Julen Amezqueta (Caja Rural-Seguros RGA), Ivan Ramiro Sosa (Ineos Grenadiers), Georg Steinhauser (Tirol-KTM), Callum Scotson (BikeExchange).

Die vom BikeExchange angeführte Gruppe behielt ständig die Kontrolle und hielt den Vorsprung immer unter 2 Minuten und 30 Sekunden. In der finalen Phase, die zwischen den Rampen des Tenno-Aufstiegs und dem anschließenden schnellen Abstieg in Richtung Riva del Garda stattfand, und wo es zwei Runden zu bewältigen galt, war es Großschartner der gleich zu Beginn der letzten Runde das Tempo verschärfte, und von De Marchi und Roche mit etwas Abstand verfolgt wurde. Niemand konnte den Österreicher aber einholen. Das Ziel erreichte er jubelnd mit erhobenen Armen.

Großschartner erreichte das Ziel 34 Sekundenvor dem Duo Roche-De Marchi und 40 Sekunden vor der Gruppe mit Gianni Moscon (Ineos Grenadiers), der sich in diesem Feld im Sprint durchsetzte und Vierter wurde. In der Gruppe waren einige der besten Athleten mit dabei, allen voran der Gesamtsieger Simon Yates.

Wir wussten, dass mir diese Etappe liegt und hier einiges möglich sein könnte, und schon gestern Abend haben wir beschlossen, es zu versuchen“, sagte Großschartner. „In diesen Tagen habe ich bereits einiges versucht, aber meine Beine wollten nicht so wie heute. Es ist ein wertvoller Sieg, vor großartigen Radsportlern. Ich möchte den Sieg meinem Onkel widmen, der letztes Jahr verstorben ist: Er war mein größter Fan, und heute weiß ich, dass ich ihn glücklich gemacht hätte. Die Tour of the Alps ist für uns Österreicher eine großartige Gelegenheit auf heimischen Straßen auf höchstem Niveau zu fahren, was sonst nicht so oft passiert: Es ist schön, eines der wichtigsten und härtesten Rennen vor den eigenen Fans bestreiten zu könnten”.

Das nächste Ziel für Großschartner ist der Giro d’Italia, genau wie für Simon Yates, der mit einem grünen Trikot im Koffer und voller Zuversicht für den Giro von der Alpentour zurückkehrt. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis und mit meiner Leistung sowie mit der ganzen der Leistung des Teams. In diesem Rennen gibt es nie einen einfachen Tag, aber heute mussten wir vor allem dem Druck standhalten. Die Tour of the Alps bestätigte die gute Arbeit im Hinblick auf den Giro: Morgen werde ich mir die Ankunft am Sega di Ala anschauen und mich dann ein paar Tage erholen, um topfit nach Turin zu kommen“.

Bei der Tour of the Alps hatte ich eine fantastische Woche mit unglaublichen Landschaften und Aussichten. Ich hoffe, bald zurück zu sein – nicht nur als Fahrer“, schloss Yates.

Die weiteren Wertungen der Tour of the Alps gingen an Alessandro de Marchi (Israel Start-Up Nation), Gewinner der Bergwertung und damit des blauen Trikots Gruppo Cassa Centrale, an Jefferson Cepeda (Androni Giocattoli-Sidermec), Gewinner der Nachwuchswertung und damit des weißen Trikots Würth Modyf sowie an Felix Engelhardt, Gewinner der Sprintwertung und damit des roten Trikots PMG Sport.

Die Sonne ober Riva del Garda strahlte bei den letzten großen Anstrengungen für die Athleten dieser Ausgabe, in der es der Organisation der GS Alto Garda gelang, trotz der Herausforderungen, die insbesondere durch die Corona-Pandemie geprägt waren, ein Rennen auf hohem Niveau zu veranstalten, das in zwei Nationen stattfindet. Der Erfolg dieser Ausgabe belohnt zwei Jahre harter Arbeit, und bildet eine erfolgreiche Rückkehr nach dem erzwungenen Stopp von 2020. Dies wurde auch durch die Wertschätzung der anwesenden Athleten und Medien klar. Die Tour of he Alps  ist wieder da und blickt nach vorne. Nach oben, wie man so schön sagt: #LiveUphill.