Acht Weltklasse-Teams bei der Tour of the Alps 2020 am Star

Am heutigen Donnerstag, 30. Januar, gaben die Veranstalter der Tour of the Alps im Rahmen einer Pressekonferenz in Brixen die 20 Mannschaften der nächsten Ausgabe der grenzüberschreitenden Rundfahrt bekannt. Vom 20. bis 24. April werden nicht weniger als acht “World Tour Teams” über die Straßen der Euregio-Gebiete radeln. Auch Ausnahmekönner wie Vincenzo Nibali, Romain Bardet, Jakob Fuglsang oder Richard Carapaz, die sich im Rahmen der TotA den Feinschliff für den Giro d’Italia holen wollen, sind beim Rad-Spektakel in der Alpenregion mit dabei

Was sich bereits bei der Vorstellung der Rundfahrt im vergangenen Oktober in Mailand angedeutet hatte, ist nun Realität: Vom 20. bis 24. April 2020 steht einmal mehr eine spektakuläre und herausragend besetzte Tour of the Alps auf dem Programm. Nach den packenden Ausgaben der letzten Jahre wurden die Erwartungen an das grenzüberschreitende Etappenrennen, das heuer erstmals der prestigereichen „UCI Pro Series“ angehört, immer höher. Mit der Bekanntgabe der 20 Teams, welche die TotA im April in Angriff nehmen, hat der GS Alto Garda, der seit Jahren die organisatorischen Fäden hinter der Veranstaltung zieht, niemanden enttäuscht – im Gegenteil.

Mit dem diesjährigen Etappenprofil, das getreu dem Motto #LiveUphill einmal mehr kurze,  aber intensive Streckenabschnitte vorsieht, hat der GS Alto Garda erneut voll ins Schwarze getroffen. Auch heuer nehmen wieder zahlreiche namhafte Athleten an der Tour of the Alps teil und reihen sich damit nahtlos an die Liste jener Ausnahmekönner an, die bereits in der Vergangenheit bei der grenzüberschreitenden Rundfahrt in den Sattel stiegen. Mit Chris Froome und Vincenzo Nibali, sowie den bisherigen Siegern Geraint Thomas (2017), Thibaut Pinot (2018) und Pavel Sivakov (2019), hatte die TotA schon in den letzten Jahren einiges zu bieten – auch heuer wird das nicht anders sein.

Nicht weniger als acht „World Tour Teams“ gehen bei der Tour of the Alps 2020 an den Start. Allein die Präsenz dieser acht Mannschaften ist Indiz genug, welch große Bedeutung die Rundfahrt auch und vor allem im Hinblick auf den kurz darauf stattfindenden Giro d’Italia hat. Erneut mit dabei ist das Team INEOS, das unter dem Namen „Sky“ bereits mehrmals den Sieger des Etappenrennens in den drei Euregio-Regionen gestellt hat. Mit Nachwuchshoffnung Pavel Sivakov war auch im Vorjahr ein Fahrer aus der britischen Spitzenmannschaft nicht zu schlagen. Noch ist nicht fix, ob der russische Jungstar die TotA heuer bestreitet – vieles deutet jedoch auf eine Teilnahme seines Teamkollegen Richard Carapaz, dem Gewinner des Giro d’Italia 2019, hin: Der Bergspezialist aus Ecuador möchte zum ersten Fahrer seit dem legendären Miguel Indurain werden, der das Rosa Trikot zwei Mal in Folge erobert – für den 26-jährigen Südamerikaner käme eine Vorbereitung auf den Straßen der Alpenregion daher gerade recht.

Der Italiener Vincenzo Nibali fährt zwar seit Saisonbeginn für ein neues Team, nimmt aber auch heuer an der Tour of the Alps teil. Der „Hai von Messina“ hat die grenzüberschreitende Rundfahrt bereits zwei Mal für sich entscheiden können und gehörte auch im letzten Jahr zu den Hauptdarstellern – 2020 will er im Trikot seiner neuen Mannschaft Trek-Segafredo erneut für Furore sorgen. Der Franzose Romain Bardet vom Team Ag2r La Mondiale nimmt wenige Wochen vor seinem Giro-Debüt die TotA ebenso in Angriff wie der Sieger der letzten Ausgabe des Klassikers Lüttich- Bastogne-Lüttich, Jakob Fuglsang. Der routinierte Däne hat in dieser Saison einiges vor und wird die kommende Italien-Rundfahrt wohl als Astana-Kapitän bestreiten.

Auch der Pole Rafal Majka, der schon 2019 zu einem der zentralen Charaktere des Etappenrennens in den drei Euregio-Gebieten gehörte, ist beim Rennen in der Alpenregion als Spitzenfahrer der Bora-Hansgrohe-Mannschaft wieder mit dabei. Die deutsche Formation dürfte außerdem auf ihre starke Österreich-Fraktion, bestehend aus Patrick Konrad, Felix Großschartner, Patrick Gamper, Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger, zurückgreifen können.

Vervollständigt wird die Liste der „World Tour Teams“ vom CCC Team, dem UAE Team Emirates sowie Bahrain-McLaren. Während das CCC Team aller Voraussicht nach auf den Russen Ilnur Zakarin und den zweifachen TotA-Etappensieger des Vorjahres, Fausto Masnada, bauen darf, gehen für das UAE Team Emirates der Italiener Valerio Conti und der aufstrebende Kolumbianer Andres Camilo Ardila, der die Unter-23-Wertung des Giro d’Italia 2019 für sich entschied, an den Start. Die rundum erneuerte Bahrain-McLaren-Mannschaft schickt unterdessen die beiden Österreicher Marco Haller sowie Hermann Pernsteiner als heißeste Eisen ins Rennen und will damit an die Euregio-Erfolge aus den vergangenen Zeiten anknüpfen.

Neben den acht „World Tour Teams“ stellen sich neun renommierte Pro-Continental-Teams der höchst anspruchsvollen Tour of the Alps 2020. Dabei wollen sich in erster Linie die drei italienischen Profi-Mannschaften Androni-Giocattoli- Sidermec, Bardiani CSF Faizanè und Vini Zabù-KTM besonders in Szene setzen. Mit den starken Bergfahrern von Caja Rural-Seguros RGA und Fundacion Euskadi dürfte vor allem bei den vielen selektiven Anstiegen zu rechnen sein. Auch das französische Team B&B Hotels–Vital Concept p/b KTM mit Sebastian Schönberger, Pierre Roland und Tom-Jelte Slagter, das heuer auch bei der Tour de France mit dabei ist, hat seine Teilnahme an der TotA bestätigt. Ebenso am  Start sind die junge norwegische Mannschaft Uno-X Norwegian Development Team, das französische Team Nippo Delko One Provence, sowie die russische Formation Gazprom-RusVelo.

Mit dem Tirol KTM Cycling Team und dem Team Felbermayr Simplon Wels sind zudem zwei Continental-Teams aus Österreich bei der Tour of the Alps vertreten. In den Reihen des KTM-Teams ist auf die zwei Nordtiroler Florian und Mario Gamper besonders aufzupassen – diesem Duo darf ebenso wie dem erfahrenen Riccardo Zoidl, der sich das Trikot der Felbermayr-Mannschaft überstreift, einiges zugetraut werden. Als 20. Formation ist die italienische Nationalmannschaft von Cheftrainer Davide Cassani eingeschrieben – sie komplettiert das 140 Mann starke Fahrerfeld der TotA 2020.

An der Pressekonferenz, die am Donnerstag, 30. Januar im Adrian-Egger-Saal in Brixen stattfand, nahmen neben dem Präsidenten des GS Alto Garda, Giacomo Santini, außerdem der Geschäftsführer der Tour of the Alps, Maurizio Evangelista, der Bürgermeister von Brixen, Peter Brunner, der Geschäftsführer des Tourismusvereins Brixen, Werner Zanotti, sowie der Geschäftsführer des Tourismusvereins Naturns, Uli Stampfer, teil. Auch der Präsident des Südtiroler Radsportverbandes, Nino Lazzarotto, sowie eine der drei Patinnen der 44. Ausgabe der TotA, die Radsportlerin Elena Pirrone, wohnten der Mannschafts-Präsentation bei. Der Ort der Pressekonferenz war nicht zufällig gewählt: In Brixen fällt am 20. April nämlich der Startschuss für die erste Etappe der Rundfahrt in den drei Euregio-Regionen.

Die 20 Mannschaften der Tour of the Alps 2020

WORLD TEAMS
Ag2R La Mondiale (Frankreich)
Astana Pro Team (Kasachstan)
Bahrain – McLaren (Bahrain)
Bora – Hansgrohe (Deutschland)
CCC Team (Polen)
Team INEOS (Vereinigtes Königreich )
Trek – Segafredo (USA)
UAE Team Emirates (Vereinigte Arabische Emirate)

PRO CONTINENTAL
Androni Giocattoli – Sidermec (Italien)
B&B Hotels – Vital Concept (Frankreich)
Bardiani CSF Faizanè (Italien)
Caja Rural Seguros RGA (Spanien)
Fundacion Euskadi (Spanien)
Gazprom – Rusvelo (Russland)
Nippo Delko One Provence (Frankreich)
Uno-X Norwegian (Norwegen)
Vini Zabù-KTM (Italien)

CONTINENTAL
Team Felbermayr Simplon Wels (Österreich)
Tirol KTM Cycling Team (Österreich)

SQUADRE NAZIONALI
Italien

Die Tour of the Alps wird zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in Südtirol gestartet: Zunächst steht am Sonntag, 19. April am Brixner Domplatz die feierliche Eröffnung des grenzüberschreitenden Etappenrennens auf dem Programm, ehe am Montag, 20. April die erste Etappe von Brixen nach Innsbruck (142,8 Kilometer) über die Bühne geht.

Zwei Tage später kehrt die Rundfahrt wieder nach Südtirol zurück: Die dritte Etappe am Mittwoch, 22. April führt von Imst in Tirol über 158,7 Kilometer nach Naturns. Im Rahmen dieses Teilstücks warten auf die Fahrer der Anstieg zum Reschenpass sowie in der Folge eine Rampe nach Frinig und kurz vor Schluss ein paar ungemütliche Kilometer nach Tarsch – von einem Coup eines Ausreißers bis hin zu einer taktischen Meisterleistung einer ganzen Mannschaft scheint hier alles möglich.

Auch die Etappe mit den meisten Kilometern (168,6) bzw. Höhenmetern (3.380) wird in Naturns gestartet. Am Donnerstag 23. April steht das vierte Teilstück der TotA 2020, das nach knapp 170 Kilometern im Valle del Chiese/Pieve di Bono endet, auf dem Programm. Einer der Höhepunkte dieser Etappe ist der Gipfel des Hofmahdjoch, der mit 1.706 Metern Meereshöhe das „Dach“ der heurigen Tour of the Alps darstellt.

Die Etappen                                                                                                          Die fünf Etappen der 44. Ausgabe der Tour of the Alps wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im vergangenen Oktober in Mailand vorgestellt. In Brixen fällt nicht nur der Startschuss für die TotA 2020 – die Domstadt steht vom 17. bis 20. September dieses Jahres erneut ganz im Zeichen des Radsports: An diesen vier Tagen geht in den historischen Straßen der Altstadt das Mountainbike-Testival, eine Fahrrad-Ausstellung mit etwa 60 teilnehmenden Marken, über die Bühne. Im Rahmen des Testivals haben Radsport-Begeisterte die Möglichkeit, Fahrräder, Zubehör und sonstige Must-haves der Saison 2021 kostenlos zu testen.

Montag 20. April 2020: Brixen – Innsbruck, 142,8 Km
1950 m. Höhenunterschied  Schwierigkeit:**

Dienstag 21. April 2020: Innsbruck – Feichten im Kaunertal, 121,5 Km
2640 m. Höhenunterschied  Schwierigkeit: ***

Mittwoch 22. April 2020: Imst – Naturno, 158,7 Km
2290 m. Höhenunterschied  Schwierigkeit: ***

Donnerstag 23. April 2020: Naturno – Valle del Chiese/Pieve di Bono, 168,6 Km
3880 m. Höhenunterschied  Schwierigkeit:****

Freitag 24. April 2020: Valle del Chiese/Idroland – Riva del Garda, 120,9 Km
2230 m. Höhenunterschied  Schwierigkeit:***